Ludwigslust hat vieles, was eine starke Stadt ausmacht und großes Potential. Jetzt kommt es darauf an, diese Chancen konsequent zu nutzen und unsere Stadt Schritt für Schritt weiterzuentwickeln.

Wir als SPD bringen deshalb drei Anträge in die Sitzung der Stadtvertretung am 30. Juni ein. Dabei geht es nicht um abstrakte Zukunftsthemen, sondern um ganz konkrete Verbesserungen für den Alltag der Bürgerinnen und Bürger: eine Verwaltung, die einfacher erreichbar ist, eine Innenstadt, die lebendiger wird, und eine Stadtbibliothek, die noch mehr Menschen offensteht.

Künstliche Intelligenz als Chance und notwendiges Mittel

Wir wollen, dass Ludwigslust bei Fragen rund um Künstliche Intelligenz und die Digitalisierung der Verwaltung nicht nur abwartet, sondern eigene Ziele entwickelt. Deshalb soll eine kommunale KI- und Digitalisierungsstrategie erarbeitet werden. Uns ist wichtig: Digitalisierung darf kein Selbstzweck sein. Sie muss den Menschen helfen. Sie muss verständlich sein. Und sie muss so gestaltet werden, dass niemand abgehängt wird – weder Bürgerinnen und Bürger, die sich mit digitalen Angeboten noch unsicher fühlen, noch die Mitarbeitenden in der Verwaltung, die neue Technik im Arbeitsalltag anwenden sollen.

Für uns gehört deshalb beides zusammen: moderne digitale Angebote und gute Begleitung. Wer digitale Möglichkeiten nutzt, soll es einfacher haben. Wer Unterstützung braucht, darf nicht allein gelassen werden. So kann Digitalisierung dazu beitragen, Verwaltung bürgernäher, verständlicher und effizienter zu machen.

Klar ist aber auch, dass wir zukünftig durch Künstliche Intelligenz Arbeitsprozesse straffen werden und somit Personal an bestimmten Stellen einsparen können. Die Aufgaben innerhalb unserer Verwaltung werden sich im Laufe der kommenden Jahre drastisch verändern. Darauf sollten wir vorbereitet sein.

Leerstand begegnen und neue Möglichkeiten schaffen

Leerstehende Schaufenster fallen auf. Sie verändern die Stimmung in einer Straße und sie können dazu führen, dass weniger Menschen in die Innenstadt kommen. 

Mit einem „Laden auf Zeit“ wollen wir eine Möglichkeit schaffen, leerstehende oder zeitweise verfügbare Ladenflächen neu zu nutzen. Die Idee ist einfach: Gründerinnen und Gründer, Vereine, Initiativen, regionale Anbieter, Kreative oder Kulturprojekte könnten für eine begrenzte Zeit eine Ladenfläche nutzen, ohne sofort ein großes finanzielles Risiko einzugehen.

So entsteht Raum zum Ausprobieren. Jemand mit einer Geschäftsidee kann testen, ob sie funktioniert. Ein Verein kann seine Arbeit sichtbar machen. Regionale Produkte können präsentiert werden. Kultur und Kreativität bekommen einen Platz mitten in der Stadt. Aus einem leeren Schaufenster wird wieder ein Ort, an dem Menschen stehen bleiben, hineingehen, ins Gespräch kommen und Neues entdecken.

Genau darum geht es uns: Die Innenstadt soll nicht nur Einkaufsort sein, sondern auch Begegnungsort. Ein „Laden auf Zeit“ kann helfen, neue Ideen sichtbar zu machen, Menschen zusammenzubringen und Ludwigslust attraktiver zu machen — für Einwohnerinnen und Einwohner genauso wie für Besucherinnen und Besucher.

Bibliothek in die Zukunft führen

Bibliotheken sind heute viel mehr als Orte, an denen man Bücher ausleiht. Sie schaffen Begegnung und Austausch und erfüllen in einer Zeit, in der Informationen überall verfügbar sind, einen neuen Bildungsauftrag.

Wir wollen deshalb die Stadtbibliothek weiter stärken und für die Zukunft gewappnet aufstellen. Dazu gehört zunächst, sie sichtbarer und leichter auffindbar zu machen. Wer zum ersten Mal zur Bibliothek möchte, soll den Weg gut finden. Eine klare Beschilderung und bessere Orientierung können hier bereits viel bewirken.

Gleichzeitig wollen wir prüfen, wie die Bibliothek künftig länger und flexibler geöffnet werden kann. Das Konzept nennt sich „Open Library“. Dahinter steckt die Idee, dass registrierte Nutzerinnen und Nutzer die Bibliothek auch außerhalb der bisherigen Öffnungszeiten nutzen können und eigenständig Bücher entleihen. Für Familien, Berufstätige, Schülerinnen und Schüler oder Menschen, die einen ruhigen Ort zum Lesen, Lernen oder Arbeiten suchen, wäre das ein echter Gewinn. 

Besonders wichtig ist uns außerdem, die Bibliothek als Ort der Medien- und Demokratiebildung weiterzuentwickeln. Denn Fragen rund um Künstliche Intelligenz, Falschinformationen, soziale Medien und Nachrichtenkompetenz betreffen längst unseren Alltag. Die Bibliothek kann ein niedrigschwelliger Ort sein, an dem Menschen Orientierung bekommen, Neues lernen und miteinander ins Gespräch kommen.